{"id":390,"date":"2014-05-30T09:38:36","date_gmt":"2014-05-30T08:38:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blogii.gewerkschaften-online.at\/brassist\/?p=390"},"modified":"2014-05-30T10:38:47","modified_gmt":"2014-05-30T09:38:47","slug":"das-14-monatsgehalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogii.gewerkschaften-online.at\/brassist\/2014\/05\/30\/das-14-monatsgehalt\/","title":{"rendered":"Das 14. Monatsgehalt"},"content":{"rendered":"<h1><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-392 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogii.gewerkschaften-online.at\/brassist\/files\/2014\/05\/BlobServer.jpg?resize=525%2C178\" alt=\"BlobServer\" width=\"525\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogii.gewerkschaften-online.at\/brassist\/files\/2014\/05\/BlobServer.jpg?w=568&amp;ssl=1 568w, https:\/\/i0.wp.com\/blogii.gewerkschaften-online.at\/brassist\/files\/2014\/05\/BlobServer.jpg?resize=300%2C101&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1>Keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, sondern ein Erfolg der Kollektivvertragspolitik der GPA-djp<\/h1>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"wysiwyg\">\n<p><span class=\"lauftext\">Aus historischer Sicht stammen die\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Sonderzahlungen<\/span>, wie das 13. Gehalt (= das sog. &#8222;Weihnachtsgeld&#8220;) und das 14. Gehalt (= das sog. &#8222;Urlaubsgeld&#8220;) von den\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Remunerationen<\/span> ab, die Fabrikbesitzer schon im 19. Jahrhundert manchen ihrer MitarbeiterInnen bei besonderen Gelegenheiten zukommen lie\u00dfen. Zun\u00e4chst waren es noch Naturalien und\/oder Geschenke, die der Arbeitgeber seinen MitarbeiterInnen auf freiwilliger Basis zukommen lie\u00df &#8211; aus mehr oder weniger humanit\u00e4ren oder sozialen Gr\u00fcnden (etwa zu Weihnachten) oder zu besonderen Anl\u00e4ssen (etwa anl\u00e4sslich eines Firmenjubil\u00e4ums).<\/span><\/p>\n<p><strong><span class=\"lauftext1fat\">1930er Jahre<\/span>\u00a0<\/strong><br \/>\n<span class=\"lauftext\">In den 1930er Jahren wurde es schlie\u00dflich \u00fcblich, h\u00f6heren Angestellten in Branchen mit viel versprechendem Profit regelm\u00e4\u00dfig\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Remunerationen<\/span> zu gew\u00e4hren und das\u00a0 das\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Weihnachts- und Urlaubsgeld<\/span> wurde bei diesen Personen bald \u00fcblich. Alles in Allem handelte es sich aber um freiwillige Leistungen der Arbeitgeber an die MitarbeiterInnen eines Betriebes.<\/span><\/p>\n<p><strong><span class=\"lauftext1fat\">1940er und 1950er Jahre<\/span>\u00a0<\/strong><br \/>\n<span class=\"lauftext\">Ende der 1940er und im Laufe der 1950er Jahre konsolidierten und stabilisierten sich die wirtschaftlichen Probleme in \u00d6sterreich (Ern\u00e4hrungslage, W\u00e4hrung, Rohstoffmangel, R\u00fcckgang der G\u00fcterproduktion) langsam &#8211; nicht zuletzt mit Hilfe des Marshall-Planes und der ERP-Gelder. Zu diesem Zeitpunkt \u00e4nderte die Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft (GAP), die sich ab 1962 Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) nannte, ihre Gehaltspolitik. Denn nun ging es nicht mehr nur darum, die Gehaltsforderungen an die Lebenshaltungskosten anzupassen, sondern den Lebensstandard der Angestellten zu heben. Die Forderung lautete: die Angestellten haben ein Anrecht auf einen gerechten Anteil am gestiegenen Sozialprodukt. &#8222;Nicht nur der Sorge um das t\u00e4gliche Brot, um die primitivsten Lebensnotwendigkeiten allein sollte unser Kampf gelten. Das Leben an sich lebenswert zu gestalten \u2026 gilt unsere Kollektivvertragst\u00e4tigkeit&#8220; hie\u00df es damals.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"lauftext\">Die ersten Anzeichen f\u00fcr die neue lohnpolitische Linie zeigten sich auf dem 3. GAP-Kongress 1954, auf dem ein umfassendes Aktionsprogramm beschlossen wurde. Noch im Jahr 1954 wurden im Angestelltenbereich in einigen Branchen die ersten Urlaubsbeihilfen kollektivvertraglich durchgesetzt (rund 33 bis 50 % des Gehaltes).<\/span><\/p>\n<p><span class=\"lauftext1fat\"><strong>1958 &#8211; Urlaubsbeitrag durch Kollektivvertrag<\/strong><br \/>\n<\/span><span class=\"lauftext\">Auf dem 4. Gewerkschaftstag 1958, konnte die GAP-F\u00fchrung bereits \u00fcber eine Reihe von KV-Erfolgen im Sinne des Aktionsprogrammes aus dem Jahr 1953 berichten. So wurde in fast allen Kollektivvertr\u00e4gen der damaligen sechs Sektionen der GAP (Industrie, Handel, Versicherung, Sozialversicherung, Banken, sp\u00e4ter Geld und Kredit, Land- und Fortwirtschaft) die Auszahlung eines vollen Monatsgehaltes als\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Urlaubsbeitrag<\/span> verankert. In einigen wenigen Kollektivvertr\u00e4gen wurde zun\u00e4chst ein Teilbetrag des Monatsbezuges als Urlaubshilfe eingebaut. Dieser Teilbetrag wurde im sp\u00e4teren Verlauf auf den vollen Monatsbezug erg\u00e4nzt. Dadurch bekamen die Angestellten im Zeitraum von 1954 bis 1958 zum ersten Mal 14 Monatsgeh\u00e4lter.<\/span><\/p>\n<p><strong><span class=\"lauftext1fat\">Urlaubszuschuss f\u00fcr ArbeiterInnen<\/span><\/strong><br \/>\n<span class=\"lauftext\">Tats\u00e4chlich zeigte sich, dass die realpolitischen Entwicklungen der Angestelltengewerkschaft recht gegeben hatten: immer mehr ArbeiterInnengruppen konnten sich in ihren Kollektivvertr\u00e4gen ebenfalls einen\u00a0<span class=\"lauftextfat\">Urlaubszuschuss<\/span> erk\u00e4mpfen, indem sie auf das 14. Monatsgehalt der Angestellten hinwiesen. Schon im T\u00e4tigkeitsbericht des \u00d6GB aus dem Jahr 1959 hei\u00dft es: &#8222;Durch Kollektivvertr\u00e4ge konnten in nahezu allen Berufsgruppen weitere Verbesserungen erreicht werden, so zum Beispiel die Gew\u00e4hrung von Weihnachtsremunerationen und Urlaubszusch\u00fcssen, sowie Lohnerh\u00f6hungen&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><strong><span class=\"lauftext1fat\">1964 &#8211; Endlich\u00a03 Wochen Urlaub<\/span>\u00a0<\/strong><br \/>\n<span class=\"lauftext\">Im Jahr 1964 kommt es per Kollektivvertrag zur Einf\u00fchrung des 3-w\u00f6chigen Mindesturlaubes f\u00fcr ArbeitnehmerInnen. Ebenso wird auf Betreiben der GPA und des \u00d6GB das Urlaubsgesetz dahingehend ge\u00e4ndert, dass Krankheit den Urlaub unterbricht.\u00a0Im Jahre 1975 fordert die GPA die Ausdehnung des j\u00e4hrlichen Erholungsurlaubes von drei auf vier Wochen. Drei Jahre sp\u00e4ter wird diese Forderung gesetzlich verankert, sowie der Urlaub nach 20 Dienstjahren von 4 auf 5 Wochen angehoben.<\/span><br \/>\n<span class=\"lauftext\">Die Kamitz-Steuerreform brachte in den 50er Jahren\u00a0erstmals eine teilweise Steuerbefreiung f\u00fcr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Sie war der Preis f\u00fcr diverse Steuergeschenke an die Wirtschaft. Seither werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit einem fixen Satz besteuert, der urspr\u00fcnglich kaum unter dem allgemeinen Lohnsteuersatz lag. Nach der Steuerreform 1972 gab es f\u00fcr den 13. und 14. Gehalt 8500 Schilling Freibetrag, der Rest wurde mehrheitlich mit sechs Prozent versteuert.<\/span><\/p>\n<p>Quelle: www.gpa-djp.at<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, sondern ein Erfolg der Kollektivvertragspolitik der GPA-djp Aus historischer Sicht stammen die\u00a0Sonderzahlungen, wie das 13. 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